Ich gehöre zu den Glücklichen, denen nie wirklich etwas passiert ist. Das heisst nicht, dass ich mich angstfrei im öffentlichen Raum bewege. Ich kenne die Selbstverteidigungsregeln, weiss, wie ich den Schlüssel zwischen die Finger nehmen muss, um im Ernstfall zuschlagen zu können, und hatte, als ich noch ein wenig jünger war, immer einen Pfefferspray dabei. Bis heute kontrolliere ich abends immer, ob die Haustüre wirklich geschlossen ist. Im öffentlichen Raum bewege ich mich heute sicherer, obwohl es weiterhin Orte gibt, die ich meide. Den Durchgang bei der ZKB zwischen Marktgasse und Stadthausstrasse zum Beispiel. Das ist ein Unort für mich, bedrohlich, schmuddelig, kein Ort, an dem eine Frau allein durchgehen sollte. Auch tagsüber nicht.