Ich war vierzehn, ging im H&M am Untertor shoppen, unter Menschen, an einem ganz normalen Tag.

Ich probierte Kleider. Dann war er plötzlich da. Ein Mann. Unauffällig, die Sorte, an der man einfach vorbeigehen würde. Er kam von der Seite – und griff zu, fasste mir an die Brüste. Nicht aus Versehen. Nicht flüchtig. Mit Absicht. Eine Sekunde lang.

Ich habe nicht geschrien. Nicht reagiert. Mein Körper hatte mich verlassen – einfach aufgehört zu funktionieren. Kein Wegstossen, kein «Was fällt dir ein!» – nichts davon, was ich mir später so oft vorgestellt habe, wie ich hätte reagieren sollen.

Die Scham kam sofort. Nicht Wut – zuerst kam die Scham. Als wäre ich diejenige, die etwas falsch gemacht hätte.

Ich habe lange niemandem etwas gesagt.

Aber vergessen habe ich es nie.